Patrick Huisman

Steckbrief:

Patrick Huisman

Der 1966 in Den Haag geborene Rennfahrer ist der lebende Beweis, dass auch Späteinsteigern eine ordentliche Motorsportkarriere offen steht. Denn das erste Mal so richtig in Erscheinung trat der Niederländer erst im Alter von 23 Jahren, als er einen BMW M3 in der Tourenwagen-Meisterschaft seiner Heimat an den Start brachte. In der Folgesaison hatte er bereits einen Werksvertrag von BMW Holland in der Tasche und holte sich den Titel – für den stets gut gelaunten Patrick der Türöffner in die internationale Rennszene.

Vor allem bei Porsche fand Huisman schnell eine neue Heimat. 1992 wagte er den Sprung in den deutschen Porsche Carrera Cup und ließ sich bald als bester Rookie feiern. 1994 stieg er in den noch härter umkämpften Porsche Supercup auf, der fast schon traditionell das Rahmenprogramm europäischer Formel 1-Grand Prix aufwertet. Spätestens hier reifte er zum absoluten 911er-Spezialisten. Seine erste voll Supercup-Saison beendete er 1995 als Vierter, im Folgejahr wurde er Dritter und 1997 zum ersten Mal Meister – ein Titel, den er bis zum Jahr 2000 gleich noch drei Mal holte. Kein Wunder, dass Patrick seinen Twitter-Account schlicht und ergreifend „@mrsupercup" genannt hat …

Zugleich etablierte sich Huisman als Fachmann für die Langstrecke – seien es die 24-Stunden-Rennen in Le Mans (wo er 1999 im 911 GT3-R der Modellreihe 996 einen Klassensieg einfuhr) und Daytona, auf dem Nürburgring (wo er bereits 1992 seine Klasse gewonnen hat), Zolder (ein Gesamtsieg) und Spa oder die 12 Stunden von Sebring, wo er in der GT2-Disivion ungeschlagen blieb. Doch der Niederländer kann auch anders: 2001 gab er sein Debüt in der Deutschen Tourenwagen Masters, fuhr mit dem Mercedes CLK DTM zwei Mal aufs Podest und gewann beim Saisonfinale in Hockenheim sogar das Sprintrennen. Auch im Folgejahr war er in der DTM aktiv, erhielt aber nur ein wenig konkurrenzfähiges Vorjahresauto. Nach zwei weiteren Läufen zu Beginn der Saison 2003 kehrte Patrick in den Porsche Supercup und auf die Langstrecke zurück, wo er weitere Erfolge und Rennsiege feierte.

Seit 2012 ist der begeisterte Skifahrer in der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring aktiv und teilt sich dort den Frikadelli-Porsche mit Sabine Schmitz und Klaus Abbelen, die ihn für seinen hohen Speed ebenso schätzen wie für seine Konstanz und den Input, den er in puncto Weiterentwicklung und Abstimmung des Rennwagens beisteuert. Wie gut dies funktioniert, beweisen die fünf Gesamtsiege, die das Trio in dieser hart umkämpften Serie seither erringen konnte.


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